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Pasta mit Brechbohnen und Cacioricotta – Ein Rezept aus Basilikata

  Pasta mit Brechbohnen und Cacioricotta – Ein Rezept aus Basilikata Jede Gabel dieses Gerichts ist eine kleine Zeitreise in meine Kindheitssommer in Montescaglioso, in der Basilikata. Vier bis acht Wochen voller Sonne, Abenteuer und natürlich köstlicher Hausmannskost. Meine Schwester und ich verbrachten unsere Tage zwischen den Gassen des Dorfes, am Strand von Metaponto und auf den Feldern von Castellaneta, wo die Plantage "Papa Tonno" stand. Ob es sie wohl noch gibt? Damals jedenfalls war sie ein wahres Paradies voller Olivenbäume, Weinreben, Tomaten und Wassermelonen. Und auf dem Tisch? Immer das Beste der Region – frisch, einfach und unvergleichlich lecker. Eines meiner Lieblingsgerichte von Zia Maria: Pasta mit Brechbohnen und salziger Ricotta. Pasta mit Brechbohnen und salziger Ricotta. Zutaten für 4 Personen 400 g Spaghetti oder Bucatini (Tante Maria bevorzugte Spaghetti!) 300 g frische Brechbohnen, geputzt und halbiert 200 g Ricotta salatacotta (alternativ Parmesan od...

u mier

Das Wort „u mier“, das in Montescaglioso – einer kleinen Stadt in der Nähe von Matera in Basilikata – für „Wein“ verwendet wird, hat eine interessante sprachgeschichtliche Herkunft, die auf die komplexen kulturellen und sprachlichen Einflüsse in der Region Basilikata hinweist.

„U mier“ weicht sowohl vom Standarditalienischen „il vino“ als auch von der Variante „u vèin“ ab, die in Matera üblich ist. Linguistische Untersuchungen zeigen, dass dieses Wort auf das lateinische „merum“ zurückgeht. „Merum“ bedeutete im klassischen Latein reinen, unvermischten Wein, im Gegensatz zu mit Wasser verdünntem Wein, der im antiken Rom oft getrunken wurde. Dieser Begriff „merum“ wurde in vielen Teilen des römischen Reiches verwendet und überlebte in verschiedenen Dialekten und romanischen Sprachen.

In den lukanischen Dialekten, wie dem von Montescaglioso, hat sich das lateinische „merum“ über die Jahrhunderte weiterentwickelt und vereinfacht. Phonologische Veränderungen führten zur Verkürzung des Wortes, wobei die Endung „-um“ verschwand, und es wurde zu „mier“ oder ähnlichen Formen. Das „u“ als bestimmter Artikel ist typisch für süditalienische Dialekte und zeigt den Einfluss des Ostsizilianischen, das sich auch in anderen Regionen der Basilikata verbreitet hat.

Interessant ist, dass ähnliche Varianten des Wortes „mier“ oder „mir“ auch in anderen romanischen Sprachen und Dialekten zu finden sind, etwa im Altprovenzalischen oder im Katalanischen. Das deutet darauf hin, dass die Region Basilikata, und besonders Montescaglioso, Teil eines breiteren kulturellen und sprachlichen Netzwerkes war, in dem der Begriff für „Wein“ in verschiedenen Formen überlebte.

Zusammengefasst stammt das Wort „u mier“ aus dem Lateinischen „merum“, das sich durch phonologische Veränderungen in den lukanischen Dialekten erhalten hat. Es spiegelt die lange Geschichte der Weinproduktion und den kulturellen Austausch in Süditalien wider, wo Begriffe und Traditionen über Jahrhunderte hinweg weitergetragen und angepasst wurden.

Viele Haushalte in Süditalien machen noch ihren eigenen Wein. 


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